• Neues von mir:

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  • Heut', Heut' ...oder... dudeldideltrullala

    -fränkisch für jedermann-

    Heut', Heut',
    renn' i' nackert durch 'n Summerreg'n,
    und bi' dabei g'wiess net verleg'n,

    sing' dudeldidelseiesdrum
     

    Heut', Heut',
    spring' i' in d' Pfütz'n wie a klan' s Kind,
    die Omma sochd: "Schau hi', der spinnd!",

    sing' dideldadeleinerlei
     

    Heut', Heut',
    fang i' mit der Zunga die Reg'ntropf'n auf,
    geb' net obachd, ob i' dabei ersauf',

    sing' dadeldudelmirdochwurschd
     

    Morg'n, Morg'n,
    tanz' i' mit'm Staubkorn im Sunnastrahl,
    die grüne Wies'n is' mei' Tanzsaal,

    sing' dideldudelgradschöis
     

    Morg'n, Morg'n,
    klau i' vom Nachbär's Baam die Kirsch'n,
    los' mi' dabei garantierd net erwisch'n,

    sing'  dudeldadelschobinifort
     

    Morg'n, Morg'n,
    streck' i' mei' Nas'n in die Mittagssunna,
    des kitzelt so schö', des is' fei a Wonna,

    sing' dadeldideldieweltghörtmir

  • Der Sonne Strahl

    Der lichte Tag
    verwöhnte mich
    mit warmen Sommerregen,
    doch ich sah nur
    den aufgeweichten Schlamm
    und Pfuhle auf den Wegen.

    Darum folgten
    sturmgepeitschte Wolken,
    entluden ihre eis'ge Fracht.
    Es herrschte Finsternis und Leere.
    Mir wurd' bitterlich kalt
    in schwarzer Nacht.

    Doch scheint, selbst
    diese Düsternis
    muss weichen -
    im Fernen bohrt sich ein heller
    Finger durch das Schwarz
    und's Dunkle flieht zu Seinesgleichen.

    Der Finger find' gewiss
    auch mich im Finstern,
    berührt zärtlich meine ausgestreckte Hand.
    Ihm wird die Sonne
    wärmend folgen und strahlen
    über ein lieblich' Land.

  • Ein fränkisches Paradies

    Nicht zu übersetzen, nur zu erleben.

    Dä Rabs is scho grün
    und gelb des Korn
    dä Frühling is
    zäm Summä worn.

    Die Sunna blecht
    mier auf mei Hirn,
    do dud si nix mehr
    hindä meina Stirn.

    Iech moch nix dengn,
    säch blos a Bild,
    a stanerns Grüchla
    mit koldn Bier gfülld.

    A Bierbenk im Schaddn
    vo ana aldn Buchn,
    a Seidla om Disch,
    brauchsd Paradies nimmä suchn.

    Im Schaddn is schö kühl,
    dess Bier isses a,
    an Zieberläskees häd i gern,
    dankschö guda Fraa.

    Aweng a Gwaaf mitm Nachbän:
    dä Schorsch is fei gschdorm.
    Jaja, hob scho ghörd
    und dä Glub hod a widdä verlorn.

    Mei Delefon schelld !
    Jawoll, Scheff, ich komme sofort !
    Och goddäla, ich sogs euch,
    des Paradies wor a schönnerä Ord.

  • Frühling!

    An der Kirschenblüte Bienen Gesumm,
    tiefer, im Gras, Hummel Gebrumm,
    Frühling!

    Ostwind bläst den Himmel blau,
    zwanzig Grad, die Luft ist lau,
    Frühling!

    Maiglöckchen nickt im heftigen Wind,
    der trägt die Pollen zur Blüte geschwind,
    Frühling!

    Täuberich gurrt Liebeslieder,
    betörender Duft entströmt dem Flieder,
    Frühling!

    Lippen rot sich's Mädchen schminkt,
    verstohlen ihrem Liebsten winkt,
    Frühling!

    Kirschbäume
  • Das Herz

    Der Poet scheint tot,
    ist offenbar
    im Nichts versunken.
    Das Leben
    hat ihn aufgefressen,
    aufgesogen, hinab getrunken.

    Vom aufgerissenen Maul gepackt
    von spitzen Zähnen
    auseinander gerissen,
    in des Monsters Schlund gespült,
    das Leben
    hat kein schlechtes Gewissen.

    Gedanken, Worte aufgelöst,
    verdaut und einverleibt.
    Überflüssiges ist ausgeschieden,
    trostloser Rest
    der übrig bleibt.

    Zerfällt zu Staub,
    verweht im Wind,
    der legt frei ein
    faustgroßes Stück.
    Es widerstand,
    hat überlebt,
    pulsiert.
    Kommt der Poet als Anderer zurück?

  • Am Morgen


    Der Schlaf
    entlässt.
    Du
    liegst an mir.
    Ganz dicht.
    Riechst
    nach dir.
    Bist warm.
    Dein Kopf
    ruht in
    meinem Arm.
    Dein Atem
    streichelt
    sanft meine
    Haut,
    fühl mich dir
    nah, vertraut.
    Schau dich,
    seh' dein
    Gesicht,
    lieblich im
    Morgenlicht.

    Will den
    Anblick
    genießen,
    da spür ich
    eine Träne
    fließen.
    Verstohlen,
    die Wange
    entlang.
    Dennoch
    ist mir
    nicht bang.
    Glück
    entlockt
    die Träne,
    es ist,
    was ich
    ersehne
    .

  • Liebeszauber

        Tiefe Nacht,
        Bäume rauschen,
        Waldkauz ruft zum Tanz.

        Voller Mond,
        Stimmen wispern,
        Schemen wiegt im Sternenglanz.

        Dunkle Lichtung,
        Feuer knistet,
        Flamme lodert plötzlich hell.

        Heiße Glut,
        Weißes brennt,
        Rauch steigt in die Höhe schnell.

        Ferner Ort,
        Liebe entflammt,
        Herz wurde des Feuers Spiegel.

        Glühende Seele,
        Heiße Sehnsucht,
        Zauber fesselt mit glutrotem Siegel.

    Waldkauz

  • Weißt du noch?

    Weißt du noch?
    Der Apfelbaum?
    Ich erzählte ihm von Dir.
    Von meiner Sehnsucht,
    von meinen Träumen,
    von der Liebe,
    die ich in mir spür.
    Eben war ich erneut beim Baum,
    legt' meine Hände auf die rissige Rinde.
    Gelobt ich doch, wenn du bei mir,
    ich nochmals zu ihm finde.
    Das Geheimnis das ihm anvertraut',
    stumm hat er es behütet.
    Tief verwurzelt steht er da,
    trotzt' allen Stürmen, die um ihn gewütet.
    So macht ich's wahr, was ich versprach
    und flüsterte ihm leis':
    "Das Geheimnis ist keins mehr,
    weil alle Welt von unserer Liebe weiß."
    Er hört' still zu, wie ich's gewohnt.
    Doch schien, als ob er's wüsste.
    Vielleicht hat's der Wind ihm zugetragen?
    Als er sah, wie ich dich küsste?
  • nicht mein tag....

    als ich heut morgen auf der autobahn zur arbeit
    fuhr
    und wechselte von der linken auf die rechte
    spur,
    hat mich fast ein lastwagen gerammt und
    weggeräumt.
    ich hatte ihn übersehen, hab mit offenen augen
    geträumt.

    wenig später, als ich mit meiner liebsten
    telefonierte,
    sagte ich offenbar etwas, was sie sehr
    pikierte.
    ich weiß genau, dass es nicht so ist wie ich
    sagte,
    trotzdem stellte ich fest, obwohl sie nicht
    fragte.
    sie war wohl vollkommen zurecht ziemlich
    angesäuert.
    hinterher hätte ich mir am liebsten selbst eine
    gescheuert.

    dann sitz ich im büro und fühl mich ziemlich
    kläglich.
    hol mir einen pott kaffee, wie sonst auch
    täglich
    und schütte mir die brühe über hemd und
    hose.
    schau aus wie ein ferkel und bekomm gleich eine
    psychose.
    es ist halb zehn und der tag ist einfach nur
    be.......,
    was noch auf mich zukommt, ich will es gar nicht
    wissen.

    ich bin scheinbar mit dem linken fuß
    aufgestanden.
    muss mich heut vorsehen vor ecken und
    kanten,
    sonst hole ich mir noch blaue flecken und
    beulen,
    so ein tag wie heute ist tatsächlich zum
    heulen.
    dabei scheint die sonne draußen so
    schön,
    doch ich hab kopfweh, das liegt wohl am
    fön.

    ich hoff jetzt, geliebte, du bist nicht mehr
    sauer,
    mein zustand ist gewiss auch nicht von
    dauer.
    ich werde mich sicher noch heute wieder
    einrenken,
    möcht dir, zur versöhnung, dies gedichtchen
    schenken.

  • Der Sturm

    Wie schön!
    Tiefroter Mohn.
    Der Mohn, er blüht!

    Nein: blühte! Ein Sturm!
    Die Freude scheinbar verfrüht.

    Das Unwetter,  es reißt und zerrt.
    Die Hagelkörner hämmern und schlagen.

    Dreschen auch das junge Korn. Viel zu früh.
    Die Halme liegen am Boden, bevor sie tragen.

    Beraubt ist nun der Mohn der Schönheit.
    Die Blütenblätter vom Wind gepflückt.

    Das Rote hoch in die Lüfte gewirbelt.
    Der Wind hat sich geschmückt!

    Wir sehen staunend.
    Sind entzückt.
    Wie schön!

  • Komm her !

    Komm her, komm her!
    Komm her zu mir!!
    Wo bist du nur?
    Ich brauch dich hier!

    Komm her, komm her;
    komm doch zu mir!
    Ich muss dich sehen!
    Will reden mit dir!

    Komm her, komm her,
    bitte komm zu mir.
    Mein Herz, es brennt,
    weil es sich nach dir sehnt!

    Komm her, komm her,
    komm dir auch entgegen!
    Ich vermiss dich so sehr,
    fühl mich ohne dich leer.

    Ich komm, ich komm!
    Ich komm zu dir!
    Bin schon auf dem Weg,
    so schnell, als ob ich flieg.

    Ich komm, ich komm,
    ich bin ja schon da!
    Seh' dein Lachen schon,
    es ist mein größter Lohn.

  • Bloß, dass was g'schrieb'n ist !

    Weiß nicht was ich tun soll,
    bin voller Langweile.
    Nehm' ein leeres Blatt
    und schreib' eine Zeile.

    Gekritzel steht da,
    ergibt keinen Sinn.
    Doch dann fällt mir auf:
    Da steht, was ich bin!

    Schrieb das Alphabet,
    ein Wort statt Buchstaben.
    Für A steht dort ALLES
    für H schrieb ich HABEN.

    Für B steht BEGEHREN,
    das ich so oft fühle.
    VERGANGENHEIT für V
    in der ich häufig wühle.

    Zu M schrieb ich MEINS,
    nur ich weiß, was ich meine.
    Für D malt' ich DEINS,
    denn ich bin der deine.

    Ich schrieb 26 Wörter,
    sie erzählen eine Geschichte.
    Zeigen was mich bewegt -
    für G schrieb ich: GEDICHTE.

    Es scheint, das Geschreibe -
    über das ich erst lachte,
    ist voller Bedeutung !
    G'rad' weil ich nicht dachte?

  • Bloß, dass was g'schrieb'n ist ! - Teil 2

    Das Gedicht ist unvollendet
    Buchstaben fehlen noch.
    Für das L steht hier LIEBE.
    Für sie LOHNT LEBEN doch.

    Was ich mir bei C vorgestellt,
    das verrate ich nicht.
    Für's E steht ENDLOS,
    so lang wie dieses Gedicht!

    Das F steht weit vorne,
    ich schrieb dafür: FRIEDEN.
    Bei K jedoch KRIEG,
    den hätt' ich lieber vermieden.

    Auf dies seltsame Gedicht
    hat mich jemand gebracht.
    Es war (fürs M) meine MUSE,
    jeder hat's sich's gedacht.

    Die Muse soll keiner kennen,
    UNBEKANNT muss sie bleiben.
    Das steht für das U,
    darf ihren Namen nicht schreiben.

    Für W schrieb ich WAHNSINN,
    komm mir manchmal irre vor.
    Dann schrieb ich auch noch
    für das T das Wort TOR.

    Fürs S lese ich SCHREITEN,
    gehst du mit mir Voran?
    Für's J les' ich JA,
    ich schrieb das spontan.

    QUELLE steht für das Q,
    und für's R schrieb ich REGEN.
    Das Eine würd' ohne das Andere
    ganz kläglich versiegen.

    Für's Z schrieb ich ZUKUNFT
    in der will ich selbst lenken.
    Statt N steht NORMAL,
    ist es noch so, mein Denken?

    Beim O steht da OPFER,
    das will ich nicht sein,
    anstelle P schrieb ich PREIS,
    den kenn' nur ich allein.

    Für X steht noch XERXES,
    ich sah wohl Blut und Schwert,
    Bei Y les ich YIN und YANG
    und weiß: Kampf ist nichts wert.

    Das war's, was ich kritzelte,
    hatte dabei nichts überlegt.
    Versucht es doch auch 'mal,
    mich hat's ziemlich bewegt.

  • ich denke - ich lebe

    ich denke
    dich
    oder
    sie
    doch nie
    ich

    ich denke
    deins
    vielleicht
    ihres
    doch nie
    meins

    ich denke
    ihr
    manchmal
    euch
    doch nie
    mir

    ich denke

    ich denke
    ich
    sogar
    mich
    aber auch
    dich

    ich denke
    wir
    außerdem
    uns
    nicht nur
    ihr

    ich denke
    mein
    jetzt noch
    mir
    trotzdem auch
    dein

    ich lebe

  • Reife Kirschen

    So:

    Die Leiter lehnt am Kirschenbaum.
    Die  Kirschen,  sie  sind rot und  prall.
    Blühte der Baum nicht noch gerade eben?
    Beginnt denn schon der Sommertraum?
    Der Flieder duftete doch noch überall!
    Wo ist denn nur die Zeit geblieben?

    Was tat ich wohl in all den Stunden?
    Erinnere mich gut an manches Schöne!
    Dass Früchte reiften, fiel mir doch nicht auf.
    Hab in den Tagen so vieles empfunden!
    Hörte schrille, doch auch leise Töne.
    Und hab gewartet, aber worauf?

    Für den schönen Moment lebte ich.
    Das Warten darauf ließ mich erblinden.
    Die Augenblicke zogen ohne mich dahin.
    Erst die reifen Kirschen ermahnten mich.
    Es gilt das Leben dazwischen zu finden.
    Jetzt will ich leben, sein wer ich bin.

    oder so:

    Die Leiter lehnt am Kirschenbaum.
    Beginnt denn schon der Sommertraum?
    Die Kirschen, sie sind rot und prall
    Der Flieder duftete doch noch überall!
    Blühte der Baum nicht noch gerade eben?
    Wo ist denn nur die Zeit geblieben?

    Was tat ich wohl in all den Stunden?
    Hab in den Tagen so vieles empfunden!
    Erinnere mich gut an manches Schöne!
    Hörte schrille, doch auch leise Töne.
    Dass Früchte reiften, fiel mir doch nicht auf.
    Und hab gewartet, aber worauf?

    Für den schönen Moment lebte ich.
    Erst die reifen Kirschen ermahnten mich.
    Das Warten darauf ließ mich erblinden.
    Es gilt das Leben dazwischen zu finden.
    Die Augenblicke zogen ohne mich dahin.
    Jetzt will ich leben, sein wer ich bin.

  • Alles Gute zum Geburtstag

    War gestern Regen noch und Sturm,
    so blinzelt heute hell die Sonne.
    Schau aus dem Fenster, freue dich!
    Der Tag ist wahrlich eine Wonne.

    Es ist doch klar, es muss so sein,
    denn dein Geburtstag ist ja heute!
    Die Sonne will, genau wie ich,
    dir bringen nichts als pure Freude!

    Sie glänzt heute besonders heiter,
    will dich mit ihrem Schein begrüßen.
    Dir Gutes tun, du hast es verdient,
    sie möcht' dir deinen Tag versüßen.

    Und wenn du abends spürst den Wind,
    so weht er nur, um dich zu streicheln.
    Und sollt ein sanfter Regen fallen,
    wollen die Tropfen dich umschmeicheln.

    Schau in die Welt, freu dich daran,
    genieß die Zeit, lass dich verwöhnen.
    Das Leben schickte dir die Sonne,
    es möchte sich mit dir aussöhnen.

    Das Leben scheint, genau wie ich,
    süchtig zu sein nach deinem Lachen.
    Darum sollst du, besonders heut,
    nur wirklich schöne Dinge machen.

    Ich wünsch dir alles nur erdenklich Gute.
    Die Zukunft wird dein Eigen sein!
    Vertraue dir selbst, sei wie du bist!
    Und wisse, du bist nie mehr allein.

  • Ich bin

    Ich bin.
    Mehr nicht.
    Steh still
    am Rand.

    Gedankenvolle
    Schwere
    plagt
    den Verstand.
    Die Stunden,
    sie rinnen.
    Ich nehm
    sie nicht wahr.
    Ein Gespinst
    aus Sorgen
    vermittelt
    Gefahr.
    Die Ängste
    loszulassen
    ist es
    an der Zeit.
    Ich kenne
    die Macht
    von Liebe,
    von Wahrheit.
    Die Sorgen,
    die Ängste,
    sie lösen
    sich auf.

    Ich bin.
    Im Leben.
    Begleite
    seinen Lauf.

  • Vom Wesen der Liebe

    es steht jedem frei hier zu lesen. auch DIR. lies die gedichte, lies die träume.

    wisse, liebe, liebe kennt keinen besitz, liebe lässt los, liebe verzichtet, liebe zwingt nicht, liebe fordert nicht, liebe ist freiheit.
    wisse, wer liebt fühlt sich niemanden überlegen, wer liebt, stellt sich nicht über andere.
    wisse, wer liebt ist demütig und demütigt andere nicht, wer liebt erwartet nichts, wer liebt verletzt nicht, wer liebt, lässt andere sein wie sie sind.
    wisse, wer liebt, wer loslassen kann, wer nicht besitzen will, wer aus liebe handelt ist unbesiegbar.
    wisse, liebe kann niemals erzwungen werden, liebe muss verdient werden durch respekt und ehrfurcht und achtung und würde.
    wisse, liebe lässt sich nicht benutzen und nicht ausnutzen und nicht verwerten.
    wisse, liebe ist die stärkste macht in der göttlichen gesamtheit.
    wisse, liebe ist.

    erkenne das wesen der liebe, liebe dich selbst, finde deine zufriedenheit, finde dein glück, finde deine freiheit, finde gott.

  • Ich bin ver-rückt.

    Hab mich ver-rückt.
    In meine Mitte,
    aus schwankendem Stand
    auf festes Land.

    Hab mich ver-rückt.
    In diesem Leben.
    Hab einen Ort gefunden,
    an dem heilen die Wunden.

    Hab mich ver-rückt.
    An den richtigen Platz.
    Ich habe erspürt,
    wohin das Leben mich führt.

    Hab mich ver-rückt.
    Mut zugelassen,
    mich selbst hochgehoben,
    vorwärts geschoben

    Hab mich ver-rückt.
    Nah zu dir hin.
    Berühre dich sacht,
    geb' auf dich acht.

    In bin ver-rückt.
    An deine Seite,
    von Zauber angezogen,
    als wär' ich geflogen.

    Ich bin ver-rückt.
    Steh nun auf festem Fels.
    Von Liebe gehalten,
    trotz ich allen Gewalten.

    Ich bin ver-rückt.
    Zu Dir.

  • Was ich grad denk?

    Ich dachte nur:
    Ich liebe dich.
    Still in mich hinein
    sprach ich.

    Hab's eigentlich
    zu mir gesagt.
    Nur jetzt zu dir,
    weil du gefragt.

    Nein, ich dachte es
    einfach nur so.
    Weil, wenn ich’s denk,
    macht es mich froh.

    Ja, weil's eben so ist
    nehme ich an.
    Du hast es mir
    nämlich angetan.

    Nein, freilich
    ist es mehr.
    Nur "angetan" trifft's
    nicht so sehr.

    Ja, selbstverständlich
    liebe ich dich.
    Ich sprach es halt
    nur still in mich...

  • Ein Frühlingsmorgen

    Die Sonne schiebt mit schrägem Licht
    den dunklen Nachtvorhang zur Seite.
    Vom großen Strom der Nebel dicht
    steigt in des lichten Himmels Weite.
    Schließlich der heitere Tag erwacht
    mit Flügelschlag hoch in dem Blauen.
    Ein Schwanenpaar zieht mit Bedacht
    dem Flusse zu und seinen Auen.
    Das Gänseblümchen wiegt im Wind
    begrüßt den Tag auf diese Weise.
    Der Löwenzahn schickt geschwind
    segelnden Samen auf die Reise.
    Mit zarten Knospen wagt der Flieder
    sich in des Morgens kühlen Dunst.
    Die Drossel schmettert ihre Lieder
    mit meisterhafter Sangeskunst.
    Ich hör dem Tag beim Erwachen zu,
    lieg auf der Wiesen grünem Tuch.
    Schau die Natur, find' meine Ruh,
    genieß des Frühlings Wohlgeruch.
  • Die rote Bank

    Die rote Bank ist viel zu leer.
    Nur ich sitz hier.
    Nur ich.
    Die Leere, sie gähnt auch in mir.
    Sehn mich nach dir.
    Nach dir.
    Setzt dich doch bitte neben mich.
    Halt frei für dich.
    Für dich.
    Die rote Bank ist ziemlich leer.
    Nur wir sind hier.
    Nur wir.
    Platz neben dir ist reichlich hier.
    Für zwei und mehr.
    Und mehr.

    RoteBank

  • Morgendlicher Spaziergang

    Stiller See,
    Nebel fällt,

    eingehüllt schläft die Welt.

    Hoher Hügel
    übern Grau,
    Sonne leckt den Morgentau.

    Helle Lichtung,
    weiches Moos,
    fühl deinen Kuss, zügellos.

    Sanfter Wind
    streichelt Haut,
    dich berührt, mich getraut.

    Zarte Lippen,
    Formen prall,
    bin verloren, keine Wahl.

    Dunkle Augen,
    Blicke brennen,
    betörender Duft, erlöstes Sehnen.

    Kein Gedanke,
    pures Gefühl,
    siedendes Blut, sinnliches Spiel.

  • Deine Macht

    DU, sei dir deiner Macht bewusst. 

    Macht
    die dir verliehen wird
    von deiner
    Güte
    Nicht
    weil du groß
    und
    stark bist
    Macht
    die dir verliehen wird
    von deiner
    Reinheit
    Nicht
    weil du reich bist
    Macht
    die dir verliehen wird
    von deiner
    Aufrichtigkeit
    nicht
    weil du brutal und
    gewalttätig bist
    Macht
    die dir verliehen wird
    von deiner
    Liebe
    nicht
    von einem Amt
    oder einer Position. 

    DU
    , sei dir deiner
    Macht bewusst.

  • Valentinstag

    Ich schenke dir,
    weil ich nichts anderes kann,
    am heutigen Tage
    nur diese kurzen Zeilen.

    Wärst du bei mir
    käm ich gewiss mit Rosen an.
    Allein, noch kann ich
    nicht mit dir verweilen!

    Du bist so weit,
    befindest dich im fernen Land.
    Bleibt vorerst nur
    an dich zu denken.......

    Doch schau,
    was ich in diesem Herbste fand.
    Kann dir also doch
    noch Rosen schenken.

    Ich weiß genau,
    als ich dies Bild gemacht,
    empfand ich dich
    ganz nah bei mir.

    Der Rose Schönheit,
    die mich einstens angelacht,
    verzauberte mich,
    erblickte dich in ihr.

    So hoffe ich,
    ich find dich heute frohen Mutes
    und dir deiner
    Anmut gänzlich bewusst.

    Ich sah dich
    und in dir nur wahrhaft Gutes,
    beseelt von Liebe, Güte
    und ungeahnter Lebenslust.

    gemalte rote rost

  • Neues Leben

    Will
    mich finden,
    will
    mich überwinden,
    will
    allein ich selber sein.

    Will
    nie mehr lügen,
    will
    nie mehr betrügen,
    will
    nie mehr leben nur den Schein.

    Will
    Freiheit spüren,
    will
    mich nie mehr verlieren,
    will
    entdecken wer ich wirklich bin.

    Will
    Liebe zulassen,
    will
    mich nie mehr hassen,
    will
    erforschen meines Lebens Sinn.
  • Die Kälte weicht

    Die Sonne sinkt im roten Schein,
    frostiger Wind beißt ins Gesicht.
    Schau in die Ferne, denk an dich,
     spür die grimmige Kälte nicht.

    Schließ meine Augen, atme tief,
    der Hauch gefriert in kalter Luft.
    Seh dein Bild im eisigen Nebel,
    erinner mich an deinen Duft.

    Du lebst so fern, bist doch in mir, 
    Frost deshalb seine Macht verliert.
    Das Feuer, welches du entfacht,
    taut auf das Eis, das um mich friert.
     
    Mit Wärme, die du mir geschenkt,
     trotze ich den  kältesten Winden,
    und weiß, im Sommer, der bald folgt,
    werden wir zueinander finden.

  • Ich kann nicht

    kann
    nicht wachen
    nicht schlafen
    nicht weinen
    nicht lachen

    kann
    nicht sehen
    nicht hören
    nicht bitten
    nicht flehen

    kann
    nicht stehen
    nicht liegen
    nicht rennen
    nicht gehen

    kann
    nicht riechen
    nicht schmecken
    nicht springen
    nicht kriechen

    kann
    nicht denken
    nicht fühlen
    nicht verletzen
    nicht kränken

    kann
    nicht vergelten
    nicht fordern
    nicht toben
    nicht schelten

    kann
    nicht schreien
    nicht schweigen
    nicht urteilen
    nicht verzeihen

    kann
    nicht freuen
    nicht leiden
    nicht sühnen
    nicht bereuen

    kann
    nichts
    und doch schlägt mein Herz
    lebe ich?

  • Ich hab Lust

    Ich hab Lust.
    Lust.
    Lust auf dich.
    Lust, meine Hände
    auf deinen Körper zu legen.
    Dort wo er rund ist
    - bin ich verwegen?

    Ich hab Lust.
    Lust.
    Lust auf dich.
    Lust dir tief
    in die Augen zu schauen.
    Gier zu entdecken,
    - mich alles zu trauen!

    Ich hab Lust.
    Lust.
    Lust auf dich.
    Lust, meine Lippen
    auf deine zu drücken.
    Deine Zunge zu spüren
    - voller Entzücken!

    Ich hab Lust.
    Lust.
    Lust auf dich.
    Lust dir Versautes
    ins Ohr zu flüstern.
    Spannung zu steigern
    - hörst du es knistern?

    Ich hab Lust.
    Lust.
    Lust auf dich.
    Lust, deinen Geschmack
    zu entdecken,
    dich zu trinken,
    - an dir zu schlecken!

    Er hat Lust.
    Lust.
    Lust auf Sie.
    Lust, ihre Wärme
    um sich zu spüren,
    in sie zu dringen
    - sich in ihr zu verlieren!

  • Stille

    Heut ist der Wald
    besonders still
    - es scheint,
    als würde er träumen;
    hör nicht wie sonst
    die Blätter rauschen -
    nur Schweigen
    in den Bäumen

    Kein Specht der klopft,
    kein Vogel singt,
    kein Laut
    dringt an mein Ohr -
    als ob die Stille
    tief in mir
    sich mit dem
    Wald verschwor

    Es ist, als würden
    Wald und ich
    in dem Schweigen
    eines sein -
    als sei ich Baum,
    als sei Baum ich -
    als wär ich auf
    der Welt allein.

    In dieser Zeit,
    ohne Laut,
    schien mir die Erde
    still zu stehen -
    Sorgen, Not
    und Leid in
    dem Stillen
    aufzugehen.

    Als dann ein sachter
    Ton erklingt
    - ein Vogel
    zwitschert leise -
    bin ich erneut in
    dieser Welt -
    zurück von meiner
    inneren Reise

    Wald

  • Nachhall

    schlaf bleibt
    fern
    puls schlägt im
    hirn
    leere hallt wie
    glockenklang
    wort tief in die seele
    drang
    musste lesen hab
    gehört
    gesprochenes in mir
    vibriert
    alles was ich dir
    gesagt
    kam von herzen
    ungefragt
    fühl keinen
    schmerz
    spür nur mein
    herz
    such ruhe
    zu finden
    damit gedanken
    verschwinden
    vergebens das
    bemühen
    kann doch nicht
    fliehen
    augen sollen
    sehen
    des lebens fülle
    verstehen
    sich auf die wahrheit
    einlassen
    die zeit nicht
    verbrassen
    gefängnismauern
    sprengen
    in die freiheit
    drängen
    leben kannst du
    berühren
    mit den händen
    spüren
    will es mit dir
    erleben
    lass uns danach
    streben
  • Gefunden

    Liebe brennt
    Sehnsucht sehnt
    Gedanke denkt
    Mich geschenkt 

    Auge sieht
    Mund fleht
    Hand spürt
    Dir gehört 

    Wille lenkt
    Traum schenkt
    Glaube glaubt
    Seele geraubt 

    Lippen küssen
    Herzen wissen
    Träne geweint
    Sich vereint 

    Glück erlebt
    Körper gebebt
    Gemeinsam bereit
    Eins zu Zweit 

    Uns gefunden
    Sorgen verschwunden
    Preis bezahlt
    Kummer verhallt
  • Die Königin

    Einst wandelte ich durchs hohe Gras
    als sie unvermittelt vor mir saß -

    die winzige Königin.

    Noch viel kleiner als ein Fingerhut
    doch voller Glanz und wahrer Anmut -

    herrscht sie in ihrer Welt.

    Thron aus feinster Spinnenseide
    Regendiamanten als Augenweide -

    erbaut von der Natur.

    Goldner Fries schmückt ihr Haus
    es scheint sie lebt in Saus und Braus -

    vollkommen sorgenfrei.

    Ich zog mich schnell wieder zurück
    sprachlos all die Pracht im Blick -

    wagte nicht zu stören.

    Des Menschen Kunst, erkannte ich
    erscheint doch mehr als kümmerlich -

    in Anbetracht des Lebens.

    Schneckenkönigin

  • Verzeih mir

    ich verletzte wen ich liebe
    weiß nicht mal warum
    wird nie mehr geschehen
    war einfach nur dumm

    hab schmerzen verursacht
    möcht mich dafür schlagen
    will auf knien darum bitten
    es mit mir noch zu wagen

    hab gelernt für das leben
    den fehler unendlich bereut
    dass ich dich so gekränkt
    hätt dich viel lieber erfreut

    bist der ehrlichste mensch
    den ich jemals gekannt
    bist wie ein wunder für mich
    fühl, du bist mir gesandt

    mit dir kann ich wachsen
    dir gehören will ich nur
    bitte dich von ganzem herzen
    hör auf meinen schwur

    schwör dir meine treue
    auf ewig und für immer
    will dir stetig dienen
    dich kränken nie mehr

    fühl meine liebe für dich
    reiß ab sämtliche mauern
    sei mein, wie ich dein bin
    wirst es niemals bedauern

  • MORGEN

    morgen ist die zeit
     ist es endlich soweit
     stählerne schwingen
     mich zu dir bringen
     traum wird erfüllt
     sehnsucht gestillt
     herzklopfen hören
     treue schwören
     voller entzücken
     in augen blicken
     miteinander spaßen
     sich fallen lassen
     endlich berühren
     die liebe spüren
     zärtlichkeit leben
     körper beben
     morgen ist die zeit
     es ist endlich so weit

  • Erster Schnee in zwei Sätzen

    Der erste Schnee, er rieselt leise
    auf eine wunderschöne Art und Weise,
    vom Himmel auf die Erde nieder,
    um dort, wie alle Jahre wieder
    dahinzuschmelzen, genau wie ich,
    als ich im Sommer traf auf dich,
    dabei tief in deine Augen sah -
    das was ich sah war  wunderbar,
    sodaß ich mich sofort verlor
    und dir die ewige Treue schwor.

    Nun sitz ich hier und denk
    an dieses herrliche Geschenk,
    das ich durch dich erhalten habe
    und bringe dir als meine Gabe,
    dies kleine, komische Gedicht,
    seh vor mir dabei dein Gesicht,
    hoff, du kannst ein wenig lachen,
    und denken an die schönen Sachen,
    die in der Zukunft vor uns liegen,
    sei dir gewiss, wir werden siegen
    .

  • Kleines Liebesgedicht

    Flamme
    tief im Innern brennt
    will dich
    berühren
    spüren

    Herz
    sich nach dir sehnt

    Auge
    starrt an weiße Wand
    will dich
    sehen
    verstehen
    Haut
    will fühlen deine Hand

    Körper
    laut nach deinem schreit
    will dich
    begehren
    ehren
    Traum
    überwindet Raum und Zeit

    Sehnsucht
    einmal Erfüllung findet
    will dich
    lieben
    leben

    Liebe
    uns aneinander bindet

    Kummer
    wird vergessen sein
    will dich
    wissen
    küssen

    Zukunft
    gehört uns allein

  • Alptraum

    Schwerer Traum
    lässt kaum atmen.
    Alp sitzt auf der Brust.
    Vergiftete Gedankenpfeile
    jagen durchs Herz
    in den Magen.
    Stülpt sich
    um.
    Herz blutet.
    Auf, auf, steh auf!
    Schlaf wird unmöglich.
    Verfluchter Verstand!
    Du Folterknecht,
    du Teufel.
    Nutzt
    verschlagen
    den Schlaf für die
    Attentate. Schlägst zu
    in wehrloser Stunde.
    Kämpft gemein
    um den Sieg
    über
    Seele und Herz.
    Doch trotz aller Arglist
    währt dein Erfolg nur
    Sekunden. Zu
    unschlagbar
    zu stark,
    sind
    Liebe
    Glaube
    Hoffnung.
    Unbesiegbar.
    Gift bleibt wirkungslos.
    Wunden verheilen
    ohne Narben.
    Alp weicht.
    Liebe ist.

  • Die Wein-Schnecke

    Am alten Rebstock hingen
    die Trauben rund und prall,
    der Herbst bot reiche Ernte,
    der Korb war bereits voll.

    Als ich die letzte Traube
    vom Stängel pflücken wollte,
    sah ich die kleine Schnecke,
    die sich ganz langsam trollte.

    Mit ihren gestielten Augen
    sah sie arg traurig drein.
    Da ließ ich die Traube hängen,
    unreif schien sie mir zu sein.

    Die Schnecke aber freute sich,
    ich glaub, sie lächelte leise.
    Dass ich die saure Traube sah,
    war, denk ich, äußerst weise.

    Weinschnecke

  • Loss mer mei Ruh

    Fränkisch für Anfänger - Fortsetzung.
    Übersetzung gerne auf Bedarf.

    He du, du bist fei so a richticher Blödl
    gehst mer aufm Geist, du dummer Dödl.
    Nervst miech ständich die ganza Zeit,
    wörchst in mir rum, machst mer ka Freid.

    Wos willst denn du überhaupst vo mier,
    loss miech in Ruh, dess is allans mei Bier.
    Iech mach ganz einfoch, wos iech ner will,
    red mer bloß net nei und sei endli still.

    Dei Gschmarri ko iech grod nuch brauchn,
    des konnst pfeilgrod in der Pfeifn rauchn.
    Wos bildster du Depp denn dir auf amol ei,
    maanst plötzli, du musst mei Gwissen sei?

    Na, mei Freind, auf diech hör iech gwiess net,
    des geht blos miech wos o, is allans mei gfrett.
    Leck miech am Orsch und halt dei Goschn,
    miech intressirt dei Gwaaf net für an Groschn.

    Wost immer sogst, des is mir total wurscht,
    obä etz hob iech erschtmol an gscheitn Durscht.
    Geh, Wirt, bring mer nuch a Seidla her,
    iech trinks auf dei Wohl auf an Zuch leer.

  • Des Nebels Kunst

    Die Dämmerung drängt
    in schwarze Nacht.
    Morgen hüllt sich in helles Grau.

    Das Spinnennetz
    wird Perlenschnur.
    Dran aufgereiht der Frühe Tau.

    Der Sonne Strahl
    bricht Nebelwand.
    Er spielt mit Licht und Dunst.

    Das Graue weicht
    dem lichten Tag.
    Nimmt mit sich des Nebels Kunst.

     Spinnennetz

  • Gedanke

    Gedanke ist Wurm
    kriecht dahin
    in Sumpf und Morast
    durch Schlamm und Moder

    Gedanke ist Soldat
    marschiert dahin
    auf Straßen und Wegen
    über Asphalt und Schotter

    Gedanke ist Fisch
    schwimmt dahin
    in Seen und Meeren
    durch Tiefe und Wirbel

    Gedanke ist Vogel
    fliegt dahin
    über Bäume und Berge
    durch Sturm und Nebel

    Gedanke ist Quelle
    sprudelt dahin
    aus Erde und Fels
    durch Wiese und Tal

    Gedanke ist frei
    existiert dahin
    unvergänglich und immer
    in dir und mir und im All

  • Nächtliche Wanderung

    Acht Schläge der Kirchturmuhr
    durchdringen die Nacht,
    unwirklich verstärkt
    im stetigem,
    lautlosem
    Nieseln.

    Schirmlos streifend durch
     leere, stille Straßen

    auf Hügeln hoch
    über der Stadt.

    Fahles Licht der Straßenlaternen
    verzerrt durch nebligen
    Regen,
    gespiegelt im
    Nass des Asphalts.

    Der Lärm der, sich unter einer sanftorangen
    Lichtglocke
    duckenden, Stadt zu
    Füßen, produziert
    ein stetiges,
    entferntes wasserfallartiges
    Rauschen.

    Aus großen Fenstern vornehmer Häuser fallender,
    warmer Glühbirnenschein,
    präsentiert
    auf flackerndes, blaues
    Bildschirmlicht

    fest fixierte
    Menschen.

    Durch spaltbreit geöffnete Lüftungen ziehende
    Essensaromen
    vermischen sich mit
    modrigfeuchtem Erdgeruch,
    a
    ufsteigend aus
    gepflegten
    Vorgärten.

    Gefühlte Einsamkeit erzeugt Sehnsucht nach Licht,
    nach Wärme.
    Vorstellungen bewirken
    Gedankenbilder voller Nähe,
    Zärtlichkeit, Hingabe.

    Des nächtlichen Wanderers einsamer Weg
    findet ein entfernes Ziel. Die Turmuhr
    schlägt
    Stunde um Stunde.
    Unweigerlich bricht der
    Tag an,
    beendet
    die Nacht.

    Sonne folgt Regen. Unaufhaltsam.
    Immer. Jetzt oder später.
    Aber immer.

  • Entwicklung

    Ich lebe
    irgendein Leben
    Ich liebe
    irgendwem.
    Ich bin
    Irgendwer.

    Ich lebe
    mein Leben.
    Ich liebe
    mich.
    Ich bin
    ich.

    Ich lebe
    mein Leben.
    Ich liebe
    dich.
    Ich bin
    wir.

    Ich lebe.
    Ich liebe.
    Ich bin.

  • Zeiten der Leere

    Ohren nehmen
    Geräusche wahr.
    Nichts hörend.
    Augen blicken
    ins Unendliche.
    Nichts sehend.
    Im Einsamen
    der Dunkelheit
    zurückgezogen
    ins Nirgendwo.
    Die Schwärze
    der Waldnacht
    ist Kokon.
    Der Körper
    bloße Hülle.
    Der Geist
    versinkt
    ins Nichts.
    Zustandslos.
    Im Vakuum
    verharrend.
    Ohne Sinn.
    Ohne Zweck.
    Ohne Ziel.
    Bloßes Sein.
    Pure Existenz
    im Dunkel.
    Der Stamm
    der Eiche
    gibt Halt.
    Denken holt
    zurück
    in die Welt.
    Gefühl erobert
    das Sein.
    Schmerz.
    Leid.
    Liebe.
    Augen sehen
    Schemen
    im Dunkel.
    Ohren hören
    das Klagen
    des Käuzchens.
    Den Ruf
    des Rehkitzes
    nach der Mutter.
    Liebe.
    Herz schlägt
    Liebe.

    dunkler wald

  • Das dunkle Heer verliert


    Daneben geschossen, nicht getroffen
    Angst, sie hat verloren.
    Das Heer ist geschlagen, davongelaufen,
    Hoffnung neu geboren.

    Der Glaube gewonnen, ungebrochen,
    Liebe triumphiert.
    Mit glänzender Rüstung sich gestellt,
    den Angriff abgewehrt.

    Heere zerbrechen an ihrer Größe,
    sie ist die stärkste Macht.
    Der Liebe vertraut, ganz hingegeben
    sie gibt auf mich acht.

  • Das dunkle Heer marschiert


    Schlag in die Magengrube
    plötzlich hellwach
    aus dem Schlaf gerissen
    alle Sinne wach
    sehen, hören, riechen
    wie gelähmt
    es marschiert
    das Gedankenheer
    vom Hirn zum Magen
    kann nichts tun
    links rechts links rechts
    eins zwei eins zwei
    geht weg, lasst mich in frieden
    will träumen
    links rechts links rechts
    die Kompanie der Angst
    das Dunkle
    Verlust
    Einsamkeit
    Entzug
    links rechts links rechts
    eins zwei eins zwei
    geht weg
    lasst mich träumen
    links rechts links rechts
    Zweifel
    Verlassenheit
    Eifersucht
    links rechts links rechts
    geht weg
    will glauben
    Kompanie HALT!
    will lieben
    Kompanie LINKS UM!
    will hoffen
    LEGT AN!
    die Hoffnung stirbt zuletzt!
    FEUER!
    ……

  • Freispiel in der Nacht

    In der Schwärze
    der Nacht
    in der Einsamkeit
    der Dunkelheit
    halb Wach
    halb Traum
    halb Schlaf
    Gedankenflipperkugeln
    schießen durchs Gehirn
    unbeobachtet
    Ping Zing Tong Zong
    Freispiel
    weiter
    immer weiter
    neue Kugel
    neues Spiel
    Schlaf hat Erbarmen
    holt zu sich
    dann wieder
    Gedanken
    Worte
    Satzfetzen
    Bilder
    Ping Zing Tong Zong
    ein neues Spiel
    doch die Nacht
    endet
    spuckt aus
    speit hinaus
    kotzt mich in den Tag
    halt fest
    will Augen nicht öffnen
    will Gedankenflippern
    doch Tag
    reißt mich
    aus dem Schlund
    der Nacht
    unbarmherzig
    gnadenlos
    ein neuer Tag
    wartet auf die Nacht
    auf Dunkelheit
    auf Einsamkeit
    auf Gedankenflipperkugeln
    Ping Zing Tong Zong
    Freispiel
  • Zu Weit

    Du, wenn ich manchmal zu weit geh -
    oder dich 'mal nicht versteh,
    weil du Frau bist und ich Mann
    und ich Frau nicht ergründen kann -
    dann sag's mir bitte deutlich und laut,
    auch wenn ich bin mal zu versaut.
    Stoß mich drauf mit meiner Nase
    bevor ich zerbrech' die schöne Vase -
    die, randvoll mit deiner Güte
    gabst du mir, damit ich sie hüte.
    Vasen, die durch Bruch gelitten
     kann man kleben oder kitten,
    doch die Sprünge sieht man sehr -
    schön anzuschauen sind's nicht mehr
    drum ist es besser, du sagst's mir früh
    damit ich mir gebe besondere Müh

  • Mein Herz klopft laut

    mein Herz klopft laut
    weiß nicht genau warum
    hab heut viel erfahren
    macht mich traurig und stumm
    ich sah wieder vor mir
    was vor langer Zeit geschehen
    hab genau vor Augen
    was ich damals gesehen
    hatte die Gewalt gespürt
    ohne dass Hände schlugen
    hatte Augen gesehen
    die Furcht in sich trugen
    hatte mich schuldig gefühlt
    ich war es nicht
    ich konnte nichts tun,
    dachte es wäre meine Pflicht
    fühl immer noch Schuld
    ich kann nichts dafür
    ich hadere deshalb
    oft heut noch mit mir
    kann absolut nicht ertragen
    wenn Kinder Gram sehn
    weiß sicher wie sie fühlen
    Zwang genau verstehen
    mein Herz klopft laut
    weiß genau warum
    hab heut viel erfahren
    macht mich traurig nicht stumm
    schreib deshalb diese Zeilen
    dass es alle verstehen
    damit alle wissen
    Kinder fühlen mehr als sie sehen
  • Ich liebe dich

    möchte jetzt so gern alleine sein
    und mich zu dir denken
    die augen schließen, fallen lassen,
    tief in einen traum versenken
    tragen lassen von der sehnsucht
    nah, ganz nah zu dir
    dich in meiner phantasie berühren
    nachzugeben meiner gier
    ich sehn mich so nach der erfüllung
    die ich nur mit dir verspür
     nach deinen lippen, deinem mund
    sehn mich einfach nur nach dir
    möchte so gern in deine augen sehn,
    deinen körper zart berühren
    wünscht, ich könnte dich verwöhnen
    dich ganz liebevoll verführen.
    mich mit dir vereinen, in dich dringen
    lust erleben mit aller macht
    möchte nichts mehr als dies träumen
    jetzt und immer in der nacht
    nein, ich möchte es auch erleben
    irgendwann wird’s soweit sein
    ich will beharrlich danach streben
    fühl mich ohne dich allein.

  • Indianer

    Wandere durch den Wald, fühl große Einsamkeit,
    höre Kinderlachen hallen, vergesse alle Zeit.
    Träum mich zum Indianer, schleich durchs Unterholz,
    reich Winnetou die Hand, fühl mich voller Stolz.

    Als letzter Mohikaner kämpf ich mit dem Feind.
    Er ist ein großer Krieger, hat noch nie geweint.
    Ein Pfeil schnellt von der Sehne, fliegt ins Ziel,
    Häuptling kleiner Büffel trifft immer was er will.

    Der Wald ist voll Erinnerung, das Kind so nah,
    der Baum auf den ich kletterte, er steht noch da.
    Ist gewachsen, groß geworden, trotzt dem Wind,
    die Äste wachsen höher, zu hoch für ein Kind.

    Ich muss jetzt erwachsen sein, stark wie der Baum,
    Das Leben ist weder Kinderspiel noch ein Traum.
    Ich weiß, den letzten Mohikaner wird es immer geben,
    solange Kinder lachen können, schafft er zu überleben.

    IndianerWald

  • Die Baamä

    Fränkisch für Anfänger.
    Bei Bedarf liefere ich die Übersetzung ins Deutsche...


    Ich hock in der dunkln Stubm,
    des Herz a anzige Mördergrubm.
    Däbei hob iech gar nix gmacht,
    ausser dass iech mi selbä veracht.

    Iech ko mi überhaupst net leidn,
    würd mi am liebstn selber meidn.
    Iech geh mir ganz schö aufm Senkel,
    ziech o mein Ohr wie oan Henkel.

    Aua, dess hot fei gscheit weh getoan,
    etz hätt iech fast mei Ohr verloarn.
    Obä iech bi wengstens aufgäwacht,
    Iech schau naus, die Sunna lacht.

    Hoch mitm Oarsch, naus mit dir,
    nei nein Woald, dess gönn iech mir.
    Die Baamä senn mei bestn Freind,
    di gem a Ruah, do gibts ka Feind.

    Die wölln nix, hörn einfoch zu,
    senn ganz still, iech hob mei Ruh.
    Iech ko denkn bloß wos iech moch,
    die Baamä spüln mei Seel alla dooch.

    Iech loss mi vo die Baamä waschn,
    und schüttel alla Brösl aus dä Taschn.
    Wenn iech vom Woald wiedä kumm,
    donn is mei Lebm nimma krumm.

    Iech ko wieda grod noch vorna denkn,
    mei eigens Gschick allans selbä lenkn.
    Ihr liebn Baam, iech dank euch mit Freid
    seid allawell do, wenn mei Seele leid.

    Baamä

  • Die Träne

    Ich sitze bei der Weide, der Fluss rauscht zu meinen Füßen,
    ich denke nichts, ich bin nur da, da spür ich eine Träne fließen.

    Der alte Baum hat viel gesehen, jetzt sieht er meine Träne,
    ich schweige, erzähl ihm stumm, dass ich mich so sehr sehne.

    Die Träne, sie fällt in den Fluss, er reißt sie mit sich fort,
    auf eine wahrlich lange Reise - an einen namenlosen Ort.

    Der Fluss, er fließt nach Süden, ins weit entfernte Meer,
    die Träne, wenn dort angekommen, ist keine Träne mehr.

    Die Zeit, die dann verronnen, die Sehnsucht sterben lässt
    und die Geduld mir schenkt, was ich so lange vermisst.

    Ich kehr zurück zu dem alten Baum, setze mich an den Fluss,
    hör wie die Weide still erzählt: es kommt, wie’s kommen muss.

    Die alte Weide

  • Der Friseurbesuch

    Die Raupenfrisur

    Waschen, schneiden, kämmen hab ich gesagt,
    „Keine Strähnchen?“ hat der Coiffeur gefragt,
    Rot-blond käme gut zur Geltung hat er gemeint,
    Das würde auch gut passen zu meinen Teint,
    Und außerdem läge es wohl voll im Trend,
    „Na gut“, sprach ich, „das hab ich wohl verpennt.“
    Und hab mich überreden lassen, ich dummer Tor!
    Gott sei dank ließ ich die Dauerwelle außen vor.
    Das hätte den Fass den Boden ausgeschlagen.
    An der Frisur hab ich bereits genug zu tragen.
    Da hilft mir nur noch, mich einzurollen,
    bis dass die Gaffer sich wieder trollen…

    Raupenfrisur1

  • Die Natter

    Ich schlenderte durchs weiche Moos, versunken tief in mir,
    Da hörte ich die Natter zischen: „Mein Freund, wie geht es dir?“

    Sie sah mich an mit klugen Augen, die Weißheit tief im Blick,
    sie schaute weit in meine Seele, erkannte mein Geschick.

    Ich sprach: „Ach, liebe Natter,  bin doch nur ein wenig traurig,
    weil manches Mal das Leben - es ist doch wahrlich schaurig.

    Denn was der Mensch besitzt, das möchte er oft gar nicht haben
    Dafür meint er häufig, er müsse sich am fremden Tische laben.“

    „Ja, ja,  der Mensch“,  begann das Tier zu philosophieren,
    „schon lange gab ich es auf, den Menschen zu studieren.

    Ich habe nie herausgefunden, was die Menschen  wollen.
    Geschweige denn, welchen Zweck sie hier erfüllen sollen.

    Die Natur kann gut auf sie verzichten und auch die Mutter Erde.
    Ich fand den Sinn des Menschen nicht, so sehr ich’s auch begehrte“

    Dann schwieg die Natter, dachte nach und ich blieb auch betroffen still.
    Leise schwor ich mir zu finden, was Gott wohl mit uns Menschen will…

    Natter

  • Vollmond

    Voller Mond am Himmel steht,
    Gedanke in die Ferne zieht,
    die Nacht ist hell und mild.

    Wein im Glas ist schwer und rot,
    Sehnsucht heißt der Seele Not,
    das Herz schlägt schnell und wild.

    Schlaf empfängt die Menschen sacht,
    nur ich bin wach, lausch in die Nacht,
    als könnte ich dich hör’n.

    Der Stille Pein so gnadenlos,
    bist du erst hier so will ich bloß
    dir meine Liebe schwör'n.

    mond

  • Leere

    die leere  breitet sich aus wie ein steppenbrand.
    die kühle der wüste, sie schützt den verstand
    ich kann nichts sein außer purer hülle,
    würde sonst ertrinken an der gefühle fülle.

    was immer morgen ist, es zählt das überleben.
    nichts mehr als nur sein, will ich erstreben.
    will also nicht fühlen, nur noch denken,
    pure existenz hat kein herz zu verschenken.

    über blauesten himmel die wolke rasch zieht,
    der wind rauscht mit blättern ein lied.
    ich sehe, ich höre, weiß doch nicht, wer ich bin.
    mit denken alleine, finde ich keinen sinn.

    doch das herz ist versteckt, dass es weiter lebt,
    damit die verzweiflung es nicht besiegt.
    nur gedanken bestehen geschützt im leeren,
    lassen hoffnung zu, geduldiges existieren.

  • Liebe

    Liebe ist
    der Tropfen, beharrlich seinen Weg sich bahnt
    Liebe ist
    das Feuer, heiß so manches Herz verbrannt
    Liebe ist
    das Moor, ewig festhaltend, niemand entrinnt
    Liebe ist
    der Fels, unerschütterlich trotzt dem Wind
    Liebe ist
    der Orkan, wirbelt  hoch durch die Lüfte
    Liebe ist
    die Rose, betörend verführen ihre Düfte
    Liebe ist
    der Strom, seine Wasser reißen alles fort
    Liebe ist
    der Gipfel, geheimnisvoller höchster Ort

    Liebe ist
    der Mut, mit dem du deine Angst besiegst
    Liebe ist
    das Kind, das du in den Armen wiegst
    Liebe ist
    die Kraft, mit der du für sie streitest
    Liebe ist
    die Macht, mit der du sie verbreitest

    Liebe ist
    das einzige das wirklich zählt
    Liebe ist
    was die Welt am Leben hält

    Liebe
    siegt für dich und mich
    Liebe
    das bist du und ich

  • Der Apfelbaum

    Dem Apfelbaum erzählt' ich leise
    dass ich erst jetzt die Liebe kenn.
    er sprach kein Wort, er schwieg nur weise
    er hört', wie sehr ich mich nach dir sehn.
    Im Sommer wird er Äpfel tragen,
    im Winter ohne Blätter steh'n.
    Ich weiß, er wird nichts weitersagen
    wie viele Tage auch noch vergeh'n
    Bis das Geheimnis keins mehr ist
    und alle Welt von unserer Liebe weiß
    Dann, wenn du endlich bei mir bist,
    werd's ich dem Baum erzählen – leis'...

     

    baum

  • Die Raupe

    Raupchen

     Ich hielt 'nen Apfel in der Hand und wollt ihn mir grad schmecken lassen
    da hörte ich ein feines Stimmchen: "Halt ein, das ist wohl nicht zu fassen!"

    " Du wirst doch nicht mein Haus aufessen? Es gibt so viele Äpfel hier!
    Beiß bloß nicht in meine Bleibe, sonst werd ich bös - garantier ich dir!"

    Ich ließ vor Schreck den Apfel fallen und er fiel gottlob ins weiche Gras,
    da tönt die Stimme schon wieder deutlich: "Pass bloß auf, sonst setzt es was!"

    Erst dann schaut' ich genauer hin und sah ein winziges Raupchen krabbeln,
    es kroch in Richtung seines Heimes, dabei hört' ich's ständig zornig brabbeln.

    Was blieb mir anderes übrig - reumütig sucht' ich mir einen anderen Bissen
    Doch klopf ich ab jetzt vorher an - ob er  bewohnt, man kann ja nie wissen.

    Raupe

  • Geheimnis

                                                im geheimen verschworen
                                                uns aneinander verloren
                            sich heimlich versprochen
                            alle gesetze gebrochen
            wir gehören zusammen
            herzen in flammen
        gegen sitten verstoßen
        gefühle wild tosen
    seelen die geweint
    durch schwur vereint
        weil liebe verbunden
        werden seelen gesunden
            niemand wird sehen
            was verborgen geschehen
                            das geheimnis bewahren
                            keiner darfs erfahren
                                                zeit wird reifen
                                                alle werden begreifen

    du und ich sind ein paar
    weil es schon immer so war

  • Dein Weg

    Ungewisse Düsternis, Gefahren lauern,
    der Anblick des Weges lässt dich erschauern.

    Käuzchen rufen, knacken im Holz,
    du willst umkehren, du vergisst deinen Stolz

    Grausiges Dunkel, rauschender Wind.
    dein Herz erzittert, die Augen tränenblind.

    Wolken ziehen, Mondlicht scheint heiter,
    dein Mut kehrt zurück, bald ziehst du weiter.

    Sterne funkeln, beleuchten den Weg,
    du gehst deine Schritte, du willst den Sieg.

    Dunkles verliert Schrecken, Pfad liegt im Schein
    Du erreichst dein Ziel, das Leben ist dein.

    weg

  • Blüte der Nacht

    Als alle anderen schliefen, bin ich aufgewacht.
    Ich konnte nicht träumen, hörte die Stille der Nacht.

    Die Sehnsucht in mir ließ mich vergessen die Zeit.
    Ich war voller Unruhe, wanderte durch die Dunkelheit.

    Begab mich auf die Suche nach der Blume nächtlichen Blüte.
    Ich konnte sie nicht finden, so sehr ich mich auch mühte.

    Ich gab nicht auf mich acht, irrte nichts sehend umher.
    Ich stolperte, ich fiel, lag im Staub, fror so sehr.

    Die Nacht wich dem Hellen, der Tag holte mich ein.
    Ich erhob mich, ging des Weges und lebte den Schein.

    Doch der Zauber der Blüte, er hält mich gefangen.
    Ich harre der Nacht, will sie suchen, will nicht bangen.

    Egal ob ich falle, im Staub liege, ob Ängste mich drücken.
    Ich will die Blüte besitzen, beschützen, will sie nie pflücken.

    Nachtblüte

  • Herr Heuschreck und die Zeit

    Ich wanderte so vor mich hin und wäre fasst auf ihn getreten -
    ein Grashüpfer saß vor mir im Gras. Ich sagte zu ihm (etwas betreten):

    "Entschuldigung, sie sind so klein, ich hab sie grad fast übersehen !
    Ich  hoff von ganzem Herzen, ihnen ist weiter nichts geschehen?"

    Herr Heuschreck meinte: "Kein Problem , das kann schon mal passieren
    Große übersehen mich oft, wenn sie durch meine Wiese marschieren".

    Er  sprach dann noch vom Wetter und von der wunderbaren Sonne
    Die schönste Jahreszeit, der Sommer, er sei schon eine Wonne.

    Das Leben sei halt nur so kurz, das müsse man unbedingt genießen,
    drum häng er heut nur so rum, und sähe dem Grase zu beim Sprießen.

    Ich legte mich zu ihm ins Gras und versuchte das Sprießen zu erspähen
    Doch merkt ich nach ein paar Minuten, dass unsere Uhren anders gehen.

    Denn während ich rein gar nix sah, geschweige denn bemerkte,
    Freund Hüpfer immerzu  von des Sprießens Tempo schwärmte.

    So ging ich dann, tief in Gedanken, was Zeit tatsächlich bedeute
    Und denke noch und komm nicht drauf, drum's  Denken schon bereute.

     

    Grashüpfer

     

  • DU

    Mandelaugen braun und grün
     geheimnisvoll, wunderschön.
     
    Blicke in die Tiefe geh'n,
     mich direkt in der Seele berühr'n.
     
    Klugheit aus den Augen blitzt,
    fühl die Wärme, die du besitzt.
     
    Weiche Lippen, zarte Haut,
     Stimme scheint so sehr vertraut.
     
    Vollendeter Mund, der mich verführt,
     Zunge tief in mir gespürt.

    Busen, wie im Traum geseh'n,
    konnt' der Anmut nicht widersteh'n. 

    Der Schönheit verfallen für alle Zeit,
    verloren die Seele auf Ewigkeit.

    Will lieben, dein sein, dich besitzen,
    Geliebter sein, dich beschützen
    .

    Das Leben soll uns beiden gehören,
    Treue für immer will ich dir schwören.

  • Gier

    Wortloses Begehren, nicht zu beschreiben,
    eine  wahnsinnig brennende Gier.
    Mit heißem Glied in dir zu bleiben,
    nichts anderes kann ich denken mehr.

    Sucht, vollkommene Lust  zu bereiten,
    deinen Körper sich winden zu seh'n.
    Gemeinsam über Grenzen schreiten,
    vulgäres zuflüstern, Liebe gesteh'n.

    Geilheit zulassen, in dich zu dringen,
    mit Zunge und Finger und meinem Schwanz.
    Dich zur höchsten Ekstase zu bringen,
    mit dir zu wirbeln im lüsternen Tanz.

    Körper spüren, Lippen schmecken,
    dich zu liebkosen voll Leidenschaft.
    Mit meiner Zunge Begierden wecken,
    maßloses Verlangen nach deinem Saft.

    Lippen schwellen, Anus fordert,
    spritzender Samen, sich krümmender Leib.
    wollüst'ge Finger, Unzucht lodert
    ich nur Mann und du nur Weib.

    Eins in Liebe und in Begehren,
    zügellos wälzen im Liebesnest.
    Alles gescheh'n lassen, sich nicht wehren,
    verschmolzen feiern der Liebe Fest

  • Dein Leben

    Wind im Haar 
    Fern der Blick.
    Allein Du lenkst
    dein Geschick.

    Schmerz gefühlt,
    Leid, auch Glück.
    Zukunft lebt,
    schau nicht zurück.

    Leb dein Leben
    du allein.
    Niemand darf
    Gebieter sein.

    Sei ganz du
    so wunderbar,
    find den Weg
    erblick ihn klar.

    Sieh den Berg
    fühle Macht,
    fliege hoch
    gib auf dich acht.

    Folg dem Adler
    hoch hinauf,
    schau den Fluss -
    des Lebens Lauf.

    Flüsse münden
    alle im Meer,
    werden eins,
    wie du mit mir.

  • Herzbeben


    Das Klopfen des Herzens dröhnt im Gehirn,
    die Seele erbebt, Gedanken entflieh'n.

    Sie schweifen hinaus, sie denken nur dich,
    mein Herz möchte folgen, ist gefesselt an mich.

    So laut es auch klopft, es schlägt nur in mir,
    doch hoffend, sein Hämmern dringt bis zu Dir.

    Egal was du tust, wo du bist, wo du lebst,
    es möcht', dass du unter seinem Klopfen erbebst

    Spüre das Beben, das dich durchdringt,
    fühle die Liebe, die es mit sich bringt.

    Seit ich dich gehört, seit ich dich geseh'n,
    kann ich meinem Herzen nicht mehr entflieh'n

    Es hat nur noch den Zweck für dich zu schlagen
    und so all meine Liebe zu dir zu tragen.

    Ich lieb dich so sehr, weil du bist, wie du bist,
    hab dich mein Leben lang unglaublich vermisst.

    Ich hoffte, ich ahnte, dass es dich irgendwo gibt,
    so wie du bist, hab ich dich schon immer geliebt.

    Mein Herz hat gefunden, gibt dich nicht mehr her,
    denn es weiß, ohne dich ist mein Leben nur leer.

    Folg' Du dem Klopfen, dem heimlichen Beben
    und hör auf dein Herz, lebe dein eigenes Leben.

    Die Beben sind gleich, dein Herz klopft wie meines,
    wir gehören zusammen, wir sind zu zweit eines.

    Sehn mich dich zu spüren, möchte ganz in dir sein,
    zusammen erbeben, nur mit dir, mit dir allein.

  • Regen

    Wolken hoch, Wolken grau,
    wandern durch des Himmels Blau.

    Regenschwanger ziehen sie träge
    vom Wind geschoben ihrer Wege.

    Dunkle Wolken gebären Regen,
    senden der Schöpfung ihren Segen

    Luft wird wieder rein und klar,
    Farben leuchten wunderbar.

    Nässe spiegelt Neonschein,
    zaubert Glanz auf feuchten Stein.

    Tropfen über Dächer springen,
    Dachrinnen zum Tönen bringen.

    Kinder stapfen durch die Pfützen
    Wasser rinnt von bunten Mützen

    Mütter unter Schirmen schwätzen
    sich am Kinderspiel ergötzen

    Wolken

  • Du

    Dich zu denken bin ich geboren,
    dich zu denken füllt mich aus.
    Fühl mich ohne dich verloren,
    fühl mich nur bei dir zuhaus'.

    Dich zu denken, weil ich liebe,
    dich zu denken pures Glück.
    Fühl mich so, als ob ich schwebe,
    fühle, wie ich ohne dich erstick.

    Dich zu denken ist wie frei sein,
    dich zu denken nichts als Gier.
    Fühle so, als wärst du nur mein,
    fühle, du gehörst zu mir
    .

  • Zeit

    Ach, wenn ich nur an der Zeit drehen könnte,
    den Augenblick festhalten,
    den Moment einfrieren.

    Verharren im Jetzt.
    Dein Lächeln vor Augen,
    das Glück im Herzen.

    Doch gnadenlos tickt der Zeiger,
    zeigt verstreichende Sekunden,
    reißt weg, löst auf.

    Trennt, entfernt, altert.
    Rücksichtslos, brutal, schmerzhaft.

    Ein Schrei flieht ins Nichts,
    löst sich auf,
    als wäre er nie gewesen.

    Es bleibt Erinnerung,
    verblassende Gedankenbilder,
    verdichtender Nebel, stille Tränen.

    Doch existieren
    Hoffnung, Wünsche,
    Träume, Ziele.

    Zukunft wird.

    Ach, wenn ich nur an der Zeit drehen könnte!
    Mögliches schon heute wäre.
    Träume erfüllt.
    Ziele erreicht.

  • Keine Worte


    Wie gerne würde ich beschreiben
    was du alles für mich bist,
    doch lasse ich es lieber bleiben,
    allein Worte wären zu trist.

    Denn Worte können nicht erklären
    wie tief ich für dich fühl,
    ob Liebe, Lust oder Begehren
    alle Worte viel zu kühl.

    And're schufen solche Worte
    sie wussten von dir nichts,
    and're kennen nicht die Orte
    in mir, jenseits des Lichts.

    Denn herrscht selbst völl'ge Dunkelheit
    ganz tief in meiner Seele,
    dein Licht ist stets für mich bereit
    dass ich mich nicht mehr quäle.

    Nein, Worte wird's dafür nie geben
    was dein Sein für mich bedeutet.
    Darum will ich jetzt nicht weiter streben
    die Zeit wäre vergeudet.

    Darum, Geliebte, schau mich an
    in meine Augen, in meine Seele,
    du weißt, Worte wären nur vertan
    wenn du sie siehst, meine Gefühle.

  • Im Traum

     

    Sterngefunkel, Mondlaterne, leiser Wind trägt Flüsterwort
    Dunkle Augen, Traumgedanken fliegen an einen anderen Ort.

    Fantasien, geheime Wünsche geleiten durchs weite Sternenzelt
    wispern, murmeln, singen sachte Märchen aus der fremden Welt.

    Hochgehoben, schwerelos, schwebend über Tal und Hügel,
    auf des Traumes Rosses reitend, lass ich fallen alle Zügel.

    Geb mich hin, lass mich los, Ängste weichen dem Vertrauen,
    Ross und Reiter fest verbunden, jagen über Himmelsauen.

    Himmelspferd galoppiert, Funken schlagend unter Hufen
    Mähne flattert, Höllenritt, Sehnsüchte waren's, die mich gerufen.

    Augen leuchten, heisere Rufe, wohin führt uns dieser Traum ?
    Nüstern dampfen, Hufe wirbeln, es gibt weder Zeit noch Raum

  • Mein Kind

    Versunken in die eigene Welt -
    kriech tief in mich hinein.
    Such's Kind, das mir erzählt:
    Lass los den Schmerz, die Pein.

    Ich weiß, dies Kind, es existiert -
    hab es nur tief verborgen.
    Ich spür, wie sehr dies Kind begehrt
    zu lindern meine Sorgen.

    Dies Kind, das war ich selbst gewesen,
    vor ewig langen Jahren.
    War sorglos, frei, bin gleich genesen
    wenn Schmerz ich musst erfahren

    Dies Kind vergrub ich immer mehr -
    in meiner Seele tief.
    Fühlt' manchmal mich deshalb so leer,
    weil's Kind ich nicht mehr rief.

    Ich plagte mich, wollt nicht gesunden,
    so spürt' ich noch das Leben.
    Wenn's Kind ich hab in mir gefunden
    wird's mir gewiss vergeben.

    Wie freu ich mich aufs Kinderspiel,
    wenn ich erst hab's entdeckt,
    versprech', mir wird's nie mehr zuviel,
    hat's mich erst aufgeweckt.

    So bin ich nun ganz tief in mir,
    hör's Kindchen schon laut lachen.
    Gedulde dich, bin bald bei dir,
    Lass steigen mit dir Drachen....

  • ICH

    ICH !

  • Das Spinnentier

    Als ich das kleine Tierchen fragte, ob es mir nicht als Model diene
    war's hoch erfreut und fabrizierte gleich diese wunderhübsche Miene.
    Die Spinne hat sich dann erkundigt, warum's vielen Menschen vor ihr graut
    und das (ihrer Meinung nach) nur, weil sie durch sechs Augen schaut.

    Ich hab dem Spinnchen d'raufhin erklärt, dass es die Leute wohl auch hassen,
    sich blitzschnell von ihr als Beute in dünne Fäden einspinnen zu lassen.
    Da hat die Spinn gelacht und meinte, ob ICH vielleicht ein wenig spinne?
    Dazu wär sie doch viel zu klein, wie das denn funktionieren könne ?

    Die Menschen seien wohl recht komisch, weil ihre Schönheit sie nicht sähen.
    So große Tiere müssten dumm sein, wenn sie bei ihrem Anblick fliehen.
    Da fiel mir keine Antwort ein, es war wohl richtig, was sie sagte.
    So sprach ich "Danke", ging davon, froh, dass sie mich nichts mehr fragte.

    Spinnentier

  • Der Regen

    Der Himmel ist bemalt mit grauen und weißen
    hochtürmenden Wolken.
    Die Dunkelgrauen überholen in großer Eile
    die hellen Weißen unterhalb.
    Noch führen sie die Nässe mit, halten ihre Ladung fest, es scheint,
    sie suchen ein genaues Ziel für ihre lebensnährende Fracht.

    Durch die herrschende Stille tönt jedes Geräusch
    in der wartenden Landschaft doppelt laut.
    Das Geschrei der Gänse im Dorfweiher
    schmerzt nahezu in den Ohren.
    Aus der Küche eines entfernten Hauses, welches sich
     sonst  im üblichen Tageslärm auflöst,
    ist sogar das Geklapper von Geschirr zu hören.

    Der Abend naht, im Dämmerlicht zuckt in der Ferne ein Blitz,
    jedoch bleibt  es ruhig, kein Donner dringt ans Ohr.
    Erwartungsgemäß, und doch überraschend
    prasselt unvermittelt das Nass aus dem dunklen Grau.
    Kein Windhauch versucht die Regenschnüre
    aus ihrer vollendet senkrechten Bahn zu drängen.

    Das Aluminiumdach der Nachbargarage
    dient den Tropfen als Schlagzeug,
    die Kupferdachrinne als Glockenspiel.
    Das Plätschern im Fallrohr der Rinne ähnelt Vogelgezwitscher,
    das Aluminiumschlagzeug erzeugt einen unregelmäßigen Takt.

    Ein durchnässter Spatz versteckt sich
    unter den großen Blättern der Säulenkirsche,
    schüttelt entrüstet sein Gefieder,
    sodass feine Tröpfchen davon stieben,
    als hätte sich der Spatz in ein Gewand aus Nebel gehüllt.

    Das Stakkato der Tropfen auf dem Aluminiumdach steigert sich,
    wird intensiver, die Wucht der Tropfen stärker.
    Das Schlagzeug  erzeugt nur noch lautes blechernes Scheppern,
    das Gezwitscher des Fallrohres
    ist einem eintönigen Rauschen gewichen,
    welches sich mit dem Lärm des Blechdaches zu nichts weiter
    als einem lauten Spektakel vermischt.

    Eine einsame Taube sucht mit schnellen Flügelschlägen Unterschlupf.
    hr Vermögen, sich trotz des dichten Bombardements
    aus Wassertropfen in der Luft zu halten
    scheint wie ein Wunder.
    Das Grau des Vogels verschmilzt mit dem sich zwischenzeitlich
    im einheitlichem Dunkelgrau präsentierenden Himmel.

    Der Regen lässt nach,
    das heftig lärmende Rauschen verwandelt sich erneut
    in ein Konzert aus tönender Dachrinne
    und taktfester Blechdachtrommel.
    Tropfende Straßenlaternen verbreiten inzwischen ein
    von Pfützen reflektiertes unwirkliches Licht.

    Die gleichmäßige Rhythmik wirkt ermüdend,
    feuchte Kühle erzeugt Sehnsucht nach kuscheligen Bettdecken.
    Durch spaltbreit geöffnete Fenster tönt anhaltend
    das schläfrige Lied des Regens.
    Es ist Zeit zu träumen.
  • Leerer Kopf

    Mein Kopf ist ganz leer
    und überdies schwer
                        fühl' keine Kunst
    Durchs Fenster ich schau
    zum Himmelsblau
                         seh nur weißen Dunst
    Die Augen todmüd'
    es schmerzt jedes Glied
                          ich find keinen Reim
    Was mir jetzt fehlt
    ich sag's unverhehlt
                           bist du ganz allein'
    Könnt' ich dich sehn
    oder auch nur hör'n
                            es würd mich aufbau'n
    Doch hab ich ja hier
    ein Foto von dir 
                             will's gleich anschau'n
    Schon geht’s mir gut
    fass wieder Mut
                              dein Bild wirkt Wunder
    Sonne scheint neu
    Blau ist dunstfrei
                               kann reimen putzmunter

  • Sonntagmorgen

    War es das Krächzen des Raben oder der Gesang der Amsel ?
    Vielleicht gar der Kuckuck, der sein eintöniges Lied aus dem Wald ruft ?
    Jedenfalls wach.

    Sanftschräges Sonntagmorgenlicht drängt
    sich zwischen Vorhangspalten ins Zimmer.
    Staub tanzt in hellscheinenden Strahlen.

    Zum Konzert von Raben und Amsel, den Kuckuck als Taktgeber nutzend,
     gesellt sich das Gurren einer wilden Taube.
    Ein Quartett voll melodischer Disharmonie

    Kühler leichter Morgenwind bauscht Chiffon zu Segeln,
    den Geruch des Sommermorgens ins Innere transportierend

    Glockengeläute aus der Ferne ruft Menschen in Kirchen.
    Überall in den Häuser das gleiche Ritual:
    Krawatten werden gebunden, Röcke zurechtgezupft.

    Ich aber drehe mich noch einmal um,
    das verhaltene Konzert in der Ruhe das Morgens genießend.
    Meine suchende Hand greift ins Leere.

    Ein neues Geräusch macht sich im Raum breit.
    Das Blubbern der Kaffeemaschine ist unüberhörbar
    "Kommst Du? Kaffee !"

  • Gestern Abend

    hat Gott uns den Frieden gezeigt

    Gestern Abend

  • Bier oder Wein

    Was trink ich jetzt, Bier oder Wein ?
    Eins von Beiden sollt es sein.

    Entscheide mich für 'n Trunk aus Trauben

    - und steh schon wieder vor einer Wahl:
    Rot oder weiß, was für 'ne Qual.

    Na gut, den Roten werd ich trinken,
    bis mir die weißen Mäuse winken
    .

    Was seh'  ich da,  da hat doch einer

    schon aus der Flasche was gesoffen
    - steht im Regal und ist bereits offen.

    Einerlei, zwei Schoppen sind noch drin
    und ich brauch nicht den Korken zieh'n.

    Jetzt müsst' ich nur noch ein Glas finden.

    Entdecke keins, wo ich auch schau
    - trink aus der Pulle, bin ja schlau.

    Ich seh den Boden, die Flasche ist leer,
    jetzt fällt mir plötzlich das Reimen so schwer

    Ich hoff', der Wein war nicht verdorben.

    Ich bin so müd', ich leg mich hin
    und träum davon, dass ich ein Dichter bin.

  • Hitze der Nacht

    Nacht bereitet Dunkelheit
    Auszuruhen an der Zeit
    Letzter Zug, das Glas gelehrt
    immer noch Durst verspürt.

    Feuer tief im Körper lodert
    Männlichkeit Tribut fordert
    Inn're Hitze spürst auch Du
    geh'n wir, doch nicht zur Ruh.

    Finger wollen Nacktes fühlen
    Hände sich durch Kleider wühlen
    Lippen aufeinander pressen
    will mit dir die Zeit vergessen

    Fingerspitzen berühren dich
    Nackenhärchen sträuben sich
    Zunge, die Konturen findet
    Körper voller Lust sich windet

    Schmiedefeuer, Hitze sengt
    Körper sich an meinen drängt
    Lust blüht auf zur reinen Gier
    Ich will nur eins sein mit dir.

  • Tief Verborgen

    Verborgen sind,
    ganz tief im mir
    Gefühle, Schmerz und Pein.
    Ich kann nicht teilen
    auch nicht mit dir
    es darf nur meines sein.

    Kannst nicht verstehen
    und musst auch nicht
    was ich tief drinnen spür
    damit dein
    großes Herz nicht bricht
    behalt ich es bei mir.

    Verschließ es
    fest mit Schloß und Ketten
    versteck den Schlüssel gut
    Doch möchtest
    du mich einmal retten
    erfrag's Versteck, hab Mut
    .

  • Die Grille

    Einfach nur gedacht. Heut Nacht.

    Vor meinem Fenster sitzt eine Grille.
    Ich kann nicht ruhn, da in der Stille
    die Grille glaubt, sie müsse zirpen
    und mir dadurch den Schlaf verderben.
     
    Warum reibt sie ihre Hinterbeine
    nicht auf des Nachbars Wäscheleine
    und macht vor DESSEN Fenster Krach ?
    Der ist doch ganz bestimmt noch wach !
     
    Aber nein, sie muss genau HIER zirpen !
    Nicht auszuhalten, sie wird gleich sterben !
    Ich werfe nach ihr meinen Schlappen
    und werd sie an die Hauswand pappen !
     
    Doch halt, Stille ist jetzt eingekehrt !
    Ich hab mich wohl zu früh beschwert.
    Das Grillenvieh hat sich verzogen,
    womit der Ärger auch verflogen.
     
    Jetzt hab ich endlich meine Ruh,
    kann schlafen, mach die Augen zu.
    Ob sie wohl jetzt beim Nachbarn zirpt
    und diesen seinen Schlaf verdirbt ?

  • Wunder zum Anfassen

    Gestern hielt ich ein Wunder auf dem Arm.

    Es heißt Erich, ist fünf Monate alt,
    hat blaue Augen und hat mich vollgesabbert.

  • Schweiß

    Schweiß

    Schweiß läuft in Strömen
    überall Stöhnen
    die Hitze, die Hitze
    Schwitze !

    In Bächen am Rücken
    ohne Entzücken
    hinein in den Spalt
    Halt !

    Dort ist er verschwunden
    wart nicht mehr gefunden
    Wohin ist er wohl ?
    Toll !

  • Der Gedanken Karussell

    Es kreist der Gedanken Karussell
    Es kreist um eine Mitte
    kreist furchtbar schnell

    Pferdchens Reiter die Gefühle
    Pferdchen im Kreise
    kann nicht aus der Mühle

    Vorwärts ist kein Raumgewinn
    Vorwärts im Kreis
    ist Ziel der Beginn

  • Sonntag, früher Mittag. Wo ist die Amsel ?

    Durch Gedankenwirbel dringt das Jubilieren des Zeisigs.
    Unsichtbar schmettert er aus dem Busch seine Lieder.

    Lauer Wind, noch die Spuren des nächtlichen Gewitters mit sich tragend,
    streichelt sanft, öffnet die Sinne.

    Der verstummende Zeisig läßt die Töne einer entfernten Blockflöte ans Ohr dringen.
    In einem der Nachbarhäuser übt ein Künstler virtuos sein Konzert.
    Zwischen klassischen Klängen ist eindeutig ...in a rich mans world... auszumachen.

    Sonne, sich ihrer Macht bewußt, bahnt sich Wege durch dichte Wolkendecken.
    Kohlweißlinge schaukeln in der feuchtträgen Mittagsluft durch die neue Helligkeit.
     
    Aus Nachbars Garten sind Stimmen zu hören.
    Kindergeschrei konkuriert mit erzählenden Basstimmen. 
    Deftiger Essensduft schwängert die Luft.

    Des Zeisigs Gesang bringt erneut die Luft zum Schwingen, die Blockflöte verstummt.
    Zu dominierend, zu übermächtig wirkt die Kraft des winzigen Troubadours.

    Und doch muss er sich beugen.
    Im nahen Teich beginnen  Enten zu quaken, 
    Nachbars Hahn stimmt ein und dröhnt sein Kikeriki hinaus in den Äther.
    Hundegebell vervollständigt die Disharmonie.

    Zuviel für den kleinen Sänger.
    Er räumt seine verstecke Bühne.
    Kurzes wackeln dünner Buschzweige, ein Surren, Gelbes schießt durch die Luft.

    Aber wo, wo ist die Amsel ?

  • Im Innern

    Im Innern

  • HONIGBROT

    Ein ganz einfaches, wunderbares, herrliches,
    traumhaft schmeckendes Honigbrot.
    Honigbrot

    Danke !

    Fleiß

  • Nichts

    Gedanken schießen wie  Flipperkugeln durchs Hirn.
    Stoßen an, werden zurückgeworfen, stoßen wieder an.
    Der Versuch dem Gedankenrollen Einhalt zu gebieten scheitert kläglich.
    Keine Reflexion ist fassbar.
    Geschweige denn in Worte.
    Nur Geräusche fehlen und das Zählwerk der Punkte.
    Das Gehirnflipper steigert sich zum Stakkato.
    Unzählige Flipperkugeln erzeugen Chaos, ihre Geschwindigkeit erreicht die Schnelligkeit des Lichts.
    Ohne Zutun verschmilzt das Chaos in ein sich im Blitz auflösendes NICHTS.
    Ich öffne die Augen.
    Ich sehe die Welt.

  • Sommerstadt

    Alleine Sommerstadt Wohin der Weg wohl führt ?

  • Manchmal bin ich nur

    Manchmal wein ich leise Tränen
    weil ich nicht fühle wer ich bin.
    Manchmal spür ich große Wut,
    doch weiß ich nicht auf was und wen.

    Manchmal bin ich aggressiv,
    möchte wild um mich schlagen.
    Manchmal geht’s mir richtig schlecht,
    weshalb kann ich niemand sagen.

    Manchmal möchte ich Dies und Das,
    möchte schwelgen im Überfluss.
    Manchmal bin ich blind fürs Gute,
    seh' nur Böses und Verdruss.

    Manchmal bin ich arrogant,
    habe wahrlich keinen Grund.
    Manchmal bin ich einfach müde,
    kraftlos wie ein alter Hund .

    Manchmal kann ich aber lächeln,
    weil ein Mensch mir Freude macht.
    Manchmal kann ich mich auch freuen
    wenn gelingt, was ich erdacht.

    Manchmal wünsch' ich mir, ich könnte
    andern öfters Freude machen.
    Manchmal denk ich, dass es schön wär
    mit andern Menschen mehr zu lachen.

    Manchmal gelingt mir dies sogar,
    was mich wirklich glücklich macht.
    Manchmal schau ich in den Himmel,
    bin froh, dass mir die Sonne lacht.

  • Was bitte ist DAS ?

    Sonderbares Wesen

    Unbekanntes Wesen

  • Sommernacht

    Sommernacht

    Des Tages Hitze Kühle weicht.
    Sternenglanz durch Dunkel schleicht.
    Kerzenschein statt Sonnenlicht.
    Augen durchdringen Schwärze nicht.
    Fledermaus Unsichtbares jagt.
    Haken fliegend nie versagt.

    Körper fröstelt in dem Kühlen.
    Träume deinen Leib zu fühlen.
    Warme Hand auf kalter Haut.
    Wärme, die so sehr vertraut.
    Zarte Finger streichelnd fühl.
    Unverhofft ist nichts mehr kühl.

    Glut nun tief im Innern glimmt.
    Alles seinen Lauf jetzt nimmt.
    Lippen auf den Meinen spür.
    Lendenhitze drängt zu dir.
    Gier gewinnt - ein leichter Sieg.
    Mit Dir durch die Wolken flieg.

  • Gib acht !

    Es ist sinnlos sich zu wehren
    gegen Gefühle und Begehren,
    gegen Liebe und deren Macht.
    Mädchen, gibst du auf dich acht ?

    Woge trägt dich hoch hinauf,
    du lässt den Dingen ihren Lauf.
    fühlst die Wellen am Körper ganz sacht,
    Mädchen, gibst du auf dich acht ?

    Treibst im Meer und spürst das Leben,
    fühlst die Liebe als sanftes Beben.
    Schaust nach oben, Sonne lacht,
    Mädchen, gibst du auf dich acht ?

    Tief die See und voller Tücken,
    Gewitterwolken vorwärts rücken.
    Dunkelheit herrscht in der Nacht.
    Mädchen, gibst du auf dich acht ?

    Lass die Sonne wieder scheinen,
    musst nicht traurig sein, nicht weinen.
    Nimmst, was das Leben für dich gedacht.
    Mädchen, du gibst auf dich acht !

    Lauer Wind wird dich weiter treiben,
    an hellen Tagen wirst du bleiben
    in den Zeiten, die für dich gemacht.
    Mädchen, du gibst auf dich acht !

    Raum ist Zeit und Zeit ist Raum,
    alles fließt, du spürst es kaum.
    Heut geweint, morgen gelacht,
    ich weiß: du gibst auf dich acht

  • Der Wächter

    Der Wächter

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